Die Sache mit den Briefmarken

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Die Zeit, in der ich Briefmarken gesammelt habe, ist vorbei. Die Zeit, in der ich Briefe schreibe nicht. Deshalb brauche ich schöne Briefmarken. Das wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Immer wenn es schöne Motive gibt, wie zum Beispiel die Felix Briefmarken für Kindheitsnostalgie, lege ich mir einen kleinen Vorrat in der Schreibtischschublade an. Es kommt Neujahr, die Preise steigen wieder bei der Post und mein Vorrat muss aufgebraucht werden. Dann muss ich immer diese hässlichen Ergänzungsmarken kaufen, die meine Briefe verunstalten. Das macht mich so traurig, wie wenn meine Handtücher im Bad farblich nicht zur Zahnbürste passen. Oder sogar etwas mehr. Ich bin kein Fan von Technik. Aber wenn es eines Tages ein Programm zum Briefmarken designen und selbst ausdrucken gibt, dann kaufe ich mir es sofort.

2016 ist bisher ein schlimmes Jahr für Briefmarkenfans wie mich. Es gibt nur drei Motive: Mineralien, Autos und biologische Zellen. Seit zwei Monaten frage ich nach neuen Motiven – kein Erfolg. Ich glaube ja insgeheim, dass die Post jetzt mit VW zusammenarbeitet und die 8 Cent mehr das Unternehmen retten sollen. Deshalb das Automotiv. Der andere Kooperationsvertrag mit dem Stein ist vielleicht mit  Kohlewerken, die müssen auch subventioniert werden. Zellen? Dazu fällt mir nur die Pharmaindustrie ein.

Ich mochte nie Biologie und Technik im Unterricht. Alle drei Motive kommen aus dem Bereich Naturwissenschaften – das stört mich. Ich erwarte ja keine rosa Briefmarken mit Rüschen und Glitzer, aber etwas Neutrales wäre schön: eine Tasse oder eine Wolke zum Beispiel. Damit könnten wir doch alle leben, oder?

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